Die Anschaffung eines Haustieres ist keine Entscheidung, die überstürzt getroffen werden sollte. Schließlich soll die neue Freundschaft ein Leben lang halten und nicht aufgrund falscher Vorstellungen vorzeitig wieder enden.​ Denn leider werden sehr viele Katzen in Tierheimen abgegeben, nur weil ihre Besitzer sich nicht genügend über die Folgen und Pflichten einer Katzenadoption informiert haben. Daher ist es gerade für katzenunerfahrene Personen ratsam, sich vor einer Adoption ausgiebig mit der Thematik „Katzenhaltung“ auseinanderzusetzen.

​Deshalb habe ich in diesem Artikel meine 10 Fragen niedergeschrieben, deren Antworten dir dabei helfen werden eine Entscheidung zu treffen. Gerade wer sich noch unsicher ist, ob es eine Katze werden soll oder nicht, sollte sich diesen Artikel in Ruhe durchlesen.

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10 Fragen, die du für dich beantworten solltest

1. Katzen- oder Hundemensch?

Diese Frage hat wohl jeder schon einmal gestellt bekommen oder? Was würdest du über dich sagen? Klar ist: Hunde und Katzen sind sehr unterschiedliche Tiere. Das eine Tier kann das andere nicht ersetzen. Damit will ich sagen, wer sich schon immer einen Hund als Haustier gewünscht hat, der kann diesen Wunsch nicht durch die Anschaffung einer Katze kompensieren (aber ergänzen). Wer nicht sicher sagen kann, ob er sich gut mit dem Wesen einer Katze anfreunden kann, dem empfehle ich den Artikel „Das Wesen einer Katze“ zu lesen.

​2. Keine Allergie gegen Katzenhaare?

Ein einfacher und doch oft vernachlässigter Punkt, ist die vorzeitige Abklärung möglicher Allergien. Nur wer keine Allergieerscheinungen in Gegenwart einer Katze bekommt, kann das Zusammenleben wirklich genießen. Daher sollte jedes Familienmitglied einen einfachen Allergietest bei ​seinem Hausarzt machen.

​​Tipp für Allergiker

​Selbst wenn eine Allergie vorliegt oder bereits bekannt ist, muss das noch nicht das Aus in Sachen Katzenwunsch bedeuten. So gibt es Katzenrassen, die als besonders Allergiefreundlich gelten, da sie kaum bis gar kein Fell verlieren. Dazu gehören unter anderen die Rassen Cornish-Rex und Sphynx.

Auch eine sogenannte Desensibilisierung kann zu einem Erfolg führen und typische Allergieerscheinungen verringern oder gar beseitigen.


​3. ​Erlaubnis des Vermieters eingeholt?

Leider ist es heutzutage immer noch üblich, dass die meisten Vermieter Haustiere nicht gerne sehen. Die Angst ihr Eigentum könnte ​beschädigt werden ist groß und daher werden ​Mieter ohne ​Haustiere oft bevorzugt. Allerdings darf der Vermieter Hunde oder Katzen nicht einfach grundlos verbieten. Das hat zumindest der Bundesgerichtshof in einem wegweisenden Urteil bestätigt (AZ.: VIII ZR 168/12). Demnach sind im Mietvertrag eingebrachte Klauseln unwirksam. ​

Um einem möglichen Rechtsstreit aus dem Weg zu gehen, empfehle ich jedoch frühzeitig ein offenes und ehrliches Gespräch mit seinem Vermieter zu führen. So habe ich es damals auch gehandhabt. Wo kein Kläger, da kein Richter.

​4. ​Gesamte Familie einverstanden?

Jedes Familienmitglied sollte mit der Entscheidung eine Katze anzuschaffen einverstanden sein. So kommt es auch nicht zu unnötigen Auseinandersetzungen, wenn es um die Fürsorge des Familienzuwachses geht.

​5. ​Genügend ​Zeit vorhanden?

Viele unterschätzen den Aufwand den eine liebevolle Beziehung zwischen Mensch und Tier beansprucht. Gerade für Vielbeschäftige, die neben einem langen Arbeitstag diverse Termine wahrnehmen oder Tätigkeiten verfolgen, stellt sich die Frage, ob ein Haustier nicht zu kurz kommen würde. Daher hinterfrage deinen Tagesablauf ehrlich und stelle sicher, dass du genug Zeit hast dich um deine ​Samtpfoten zu kümmern.​ Gerade Wohnungskatzen brauchen ein gewisses Maß an Betreuung, wie beispielsweise abendliche Spieleinheiten und sollten nicht den ganzen Tag alleine verbringen.

​6. ​Mit einer Umgestaltung der Wohnung einverstanden?

Damit die Grundbedürfnisse einer Katze erfüllt werden können, sollten einige Katzenutensilien den Weg in deine Wohnung finden. Dazu gehören unteranderem mindestens zwei Katzentoiletten, ein stabiler Kratzbaum, diverse Trink- und Futternäpfe und andere Kratz- und Schlafmöglichkeiten, die in der Wohnung für eine wahre Wohlfühlatmosphäre sorgen sollen. Mit der Zeit werden diese Dinge erfahrungsgemäß immer mehr, daher sollte man mit einem veränderten Umfeld leben können.

​7. ​Genügend Budget vorhanden?

Natürlich spielt auch Geld eine Rolle. Denn ein Haustier kann zu erheblichen Belastungen führen. So müssen Tierarztrechnungen aus eigener Tasche bezahlt werden, zumindest wenn keine extra Versicherung abgeschlossen wurde. Je nach Erkrankung können hier schnell hunderte Euros anfallen.

Im Normalfall halten sich die Kosten jedoch in Grenzen. Wer auf ein hochwertiges Futter setzt und das Katzenstreu etwa einmal im Monat erneuert, ​kann für eine Katze etwa mit 35€ im Monat rechnen (aus eigener Rechnung). Tierarztrechnungen, Katzenspielzeug oder andere Anschaffungen müssen natürlich zusätzlich berechnet werden.

​8. ​Urlaubsbetreuung vorhanden?

Urlaub gehört natürlich auch unter Katzenbesitzern dazu. Allerdings muss eine zuverlässige Urlaubsvertretung gefunden werden, damit die Samtpfoten auch in Abwesenheit gut versorgt sind. Daher sollte man sich im Vorfeld Gedanken machen, wer auf die Vierbeiner aufpassen könnte, wenn man verreisen möchte.

​9. ​Ausreichend Platz vorhanden?

Katzen benötigen Platz, um ihren mehr oder weniger vorhandenen Bewegungsdrang ausleben zu können. Gerade Wohnungskatzen benötigen daher ein ausreichend großes Revier. Der Richtwert von etwa 70m2 sollte für zwei Wohnungskatzen nicht unterschritten werden.

​10. ​Die Mehrarbeit im Haushalt nimmst du in Kauf?

Haustiere im Allgemeinen verursachen zusätzliche Hausarbeit. Katzen sind da natürlich keine Ausnahme. Je nach Katzenrasse, kann in Zeiten des Fellwechsels schon mal das pure Haarchaos ausbrechen. Mehrmaliges staubsaugen der Wohnung und enthaaren der Kleidung kann dann durchaus notwendig werden. Auch herumfliegendes Katzenstreu oder erbrochene Haarballen verursachen zusätzliche Arbeit.


Das waren meine 10 Fragen, die dir dabei helfen sollten etwas Licht ins Dunkle zu bringen. Ich hoffe sie haben dir bei der Entscheidungsfindung helfen können. Gerne kannst du die Kommentarfunktion nutzen, wenn dir zusätzliche Informationen fehlen. 

Ich halte es für sehr wichtig, sich noch weiter und tiefgründiger mit dem Thema "Katzenhaltung" auseinander​zu​setzen. Es gibt noch so viele wichtige Fragen, die geklärt werden müssen. So zum Beispiel die Frage nach der Haltungsart, Freigänger oder Wohnungskatze?, oder welches Kätzchen es denn werden soll, Kater oder Katze? ​Auch das Wesen einer Katze sollten alle Katzenbesitzer ​kennen und die Grundbedürfnisse kennen. 

​Buchempfehlung für Katzenneulinge

​Darüberhinaus empfehle ich jedem der über die Anschaffung einer Katze nachdenkt, uneingeschränkt das Buch Wohnungskatzen von Gabriele Linke-Grün und Monika Wegler. Dieses Buch habe ich mir selbst gekauft bevor Leo und Mila bei uns eingezogen sind. Und es hat mir damals wie heute sehr wertvolle Informationen und Anleitungen geliefert.


​5.0

​Wohnungskatzen

  • ​​​​Bedürfnisse einer Wohnungskatze kennenlernen
  • ​Sehr Umfangreich, nicht nur für Neulinge
  • ​Modernes Layout und wunderschöne Bilder

Checkliste - Katze anschaffen Ja oder Nein?

  • ​Ich bin ein Katzenmensch oder kann mich mit dem Wesen einer Katze gut anfreunden?
  • ​Keine Katzenhaarallergie in der Familie vorhanden?
  • ​Einwilligung des Vermieters eingeholt?
  • ​Die ganze Familie steht hinter der Entscheidung eine Katze anzuschaffen?
  • ​Es ist ausreichend Zeit und Lust für die Versorgung eines Tieres vorhanden?
  • ​Bereitschaft die Wohnung auf die Bedürfnisse einer Katze anzupassen?
  • ​Finanzieller Freiraum vorhanden?
  • ​Deine Wohnung bietet genügend Platz?
  • ​Die zusätzliche Hausarbeit ist kein Problem?

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​Wer schreibt hier?

Jannis

Hallo lieber Leser. Mein Name ist Jannis Luckas und ich bin der Autor dieses Artikels. Ich ​bin mit Herzblut bei der Sache und hoffe dir hat dieser Artikel gefallen!

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